Die Agenturen, die in Lübeck ganz oben stehen, zeigen dir alle ihre Arbeit. Woran du vor der Unterschrift erkennst, ob daraus später Anfragen werden, steht auf keiner dieser Seiten.
Du suchst eine Webagentur in Lübeck und hast drei Angebote auf dem Tisch. Drei Preise, drei Listen mit Seitenzahlen und Korrekturschleifen. Von außen sehen sie austauschbar aus.
In fast allen dieser Angebote fehlt dieselbe Zeile: eine Aussage darüber, was die neue Website bei einem Besucher auslösen soll. Ohne diese Zeile vergleichst du Preise für etwas, das du gar nicht beurteilen kannst.
Was eine Webagentur in Lübeck wirklich verkauft
Der Begriff ist unscharf. In und um Lübeck nennen sich mindestens drei verschiedene Arten von Betrieben so.
- Full-Service-Werbeagenturen, bei denen Websites neben Printanzeigen, Messeauftritten und bedruckten Textilien laufen.
- Einzelne Webdesigner, die sich bei Bedarf Entwickler oder Texter dazuholen.
- Kleine Teams, die ausschließlich an Websites arbeiten und sonst nichts anbieten.
Alle drei können saubere Arbeit abliefern. Sie lösen nur unterschiedliche Aufgaben, und der Unterschied steht selten auf der Startseite.
Eine schnelle Prüfung dauert zwei Minuten: öffne die Leistungsübersicht und zähle die Punkte. Steht Webdesign dort als Nummer sieben von zwölf, bekommst du deine Website von Leuten, die in derselben Woche einen Messestand planen. Das ist kein Mangel an Können, sondern eine andere Arbeitsweise. Du solltest nur wissen, welche du gerade einkaufst.
Freelancer, Werbeagentur oder spezialisiertes Team
Die Wahl hängt an zwei praktischen Fragen. Wer ist erreichbar, wenn etwas kaputtgeht? Und wer schreibt die Texte?
Stell dir einen Freitagnachmittag vor. Dein Kontaktformular verschickt seit zwei Tagen keine E-Mails mehr, und gemerkt hat es niemand. Beim Einzelkämpfer hängt die Lösung daran, ob er gerade im Urlaub ist. In einer großen Werbeagentur landet die Sache bei einem Projektleiter, der sie zwischen zwei Kampagnen einschiebt. Frag im Erstgespräch konkret, wer in diesem Moment ans Telefon geht.
Die zweite Frage trennt die Angebote noch deutlicher. Texte sind der häufigste Grund, warum Projekte monatelang liegen bleiben. Wenn im Angebot steht, dass du die Inhalte lieferst, hast du einen zweiten Job angenommen, ohne es zu merken.
Die Frage, die vor dem Design kommt
Deine Website hat eine Aufgabe: einen Besucher so weit zu bringen, dass er anruft oder schreibt. Damit er das tut, muss er eine einzige Sache glauben. Welche das ist, unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb.
Bei einem ambulanten Pflegedienst ist es selten der Preis. Es ist die Frage, ob die Tochter in Hamburg diese Menschen zu ihrer Mutter nach St. Lorenz lassen kann. Bei einer Steuerkanzlei geht es oft darum, ob sie Mandanten in dieser Größenordnung überhaupt betreut. Ein Handwerksbetrieb kämpft häufig nur gegen die Erfahrung, dass sich niemand zurückmeldet.
Jede dieser Antworten führt zu einer anderen Startseite, einer anderen Reihenfolge der Abschnitte und einem anderen Formular.
Du merkst im ersten Workshop, ob eine Agentur so arbeitet. Jemand teilt den Bildschirm, zeigt drei Entwürfe der Startseite und fragt, welche Variante dir besser gefällt. Bis dahin hat niemand gefragt, wer eure Seite besucht und was ihn davon abhält, das Formular auszufüllen. Diese Reihenfolge wirkt harmlos und bestimmt am Ende, ob Anfragen kommen. Wie wir sie umdrehen, steht in unserer Conversion-Optimierung.
Woran du ein belastbares Angebot erkennst
Lies jedes Angebot auf diese sechs Punkte hin. Fehlt einer, frag nach, bevor du unterschreibst.
- Wer die Texte schreibt und ob das im Preis enthalten ist.
- Woher die Bilder kommen und wer die Lizenz hält.
- Was als Korrekturschleife zählt und wie viele enthalten sind.
- Was nach dem Launch passiert: Updates, Backups, Hosting, und was davon monatlich kostet.
- Ob die alten Adressen deiner Unterseiten auf die neuen weitergeleitet werden.
- Wem Domain, Hosting-Zugang und Dateien am Ende gehören.
Der Punkt mit den Weiterleitungen kostet am meisten Geld, wenn er fehlt. Bei einem Relaunch ändern sich die Adressen deiner Unterseiten. Richtet niemand die Weiterleitungen ein, verlierst du die Google-Positionen, die diese Seiten über Jahre aufgebaut haben. Der Traffic sinkt in den Wochen nach dem Launch, und die Ursache findet dann niemand mehr. Wer das von sich aus anspricht, hat einen Relaunch schon begleitet. Bei uns gehört die Absicherung solcher Umzüge zu SEO.
Beim letzten Punkt geht es um die Zeit nach dem Projekt. Domain und Hosting sollten auf deinen Namen laufen, nicht auf den der Agentur. Agenturwechsel scheitern regelmäßig daran, dass niemand die Zugänge herausrückt.
Wenn du gerade drei Angebote nebeneinander liegen hast und nicht weiterkommst: in unserem Vorgehen steht Schritt für Schritt, was in welcher Reihenfolge passiert. Du darfst das als Maßstab für jedes Angebot benutzen, auch für die der anderen.
Sitzt die Agentur wirklich in Lübeck?
Einige Anbieter, die für Lübeck gefunden werden, sitzen in Hamburg und betreiben eine eigene Landingpage pro Stadt. Das ist erlaubt und manchmal völlig in Ordnung. Nur triffst du dort niemanden.
Zwei Prüfungen reichen. Schau ins Impressum und sieh nach, welche Adresse dort steht. Frag dann, wer das Projekt tatsächlich bearbeitet und ob diese Person zum Auftakt in eure Räume kommt.
Nähe allein sagt nichts über Qualität. Sie entscheidet aber darüber, ob jemand bei euch Fotos machen kann und wie schnell ein Missverständnis aus der Welt ist. Bei einem Dienstleister mit zehn oder mehr Mitarbeitern reden im Projekt fast immer mehrere Leute mit. Ein Termin im Haus spart dann drei Wochen Mailverkehr.
Was eine Webagentur kostet und wovon der Preis abhängt
Feste Preise stehen auf wenigen Agenturseiten, und das hat einen Grund. Der Aufwand hängt weniger an der Seitenzahl als an diesen vier Dingen.
- Wer die Inhalte erstellt. Texte und Fotos sind oft der größte Einzelposten im Projekt.
- Ob die Seite aus einem Baukasten kommt oder individuell gestaltet wird.
- Funktionen wie Online-Buchung, Stellenportal, Shop oder eine zweite Sprache.
- Ob eine bestehende Seite umziehen muss, samt Weiterleitungen und Nachkontrolle.
Zwei Seiten mit einer Buchungsstrecke können teurer sein als zwölf reine Textseiten. Frag deshalb immer nach den Kosten im zweiten Jahr, nicht nur nach der Projektsumme. Hosting, Updates und kleine Änderungen laufen weiter, und genau dort entstehen die Rechnungen, mit denen niemand gerechnet hat.
Rechne vor dem Vergleich einmal gegen: Wie viel ist dir ein neuer Auftrag wert, und wie viele davon müsste die Seite im Jahr bringen? Danach liest sich jedes Angebot anders.
Sechs Fragen für das Erstgespräch
- Welche eine Sache soll ein Besucher glauben, bevor er uns anruft?
- Woran messt ihr, ob die Seite funktioniert, und wann schaut ihr das erste Mal nach?
- Wer schreibt die Texte, und was braucht ihr dafür von uns?
- Wer arbeitet konkret an dem Projekt, und wo sitzt diese Person?
- Was passiert beim Relaunch mit unseren bestehenden Google-Positionen?
- Was kostet die Website im zweiten Jahr?
Antwortet jemand auf die erste Frage mit einem Designbeispiel, hast du deine Antwort schon bekommen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Website-Projekt?
Die Technik ist fast nie der Engpass. Es sind Texte, Fotos und Freigaben aus deinem Haus. Lass dir einen Zeitplan geben, in dem steht, wer bei euch was bis wann liefert, mit Namen und Datum. Projekte ohne diese Liste ziehen sich, und hinterher kann niemand mehr sagen, woran es lag.
Muss es WordPress sein?
Für die meisten Dienstleister ist WordPress eine vernünftige Wahl, schon weil du jederzeit Leute findest, die damit umgehen können. Wichtiger ist, womit innerhalb von WordPress gebaut wird. Manche Baukasten-Plugins binden dich so fest an ihr System, dass ein späterer Wechsel einem Neubau gleichkommt. Frag vor der Beauftragung, welches System zum Einsatz kommt und was passiert, wenn du es in drei Jahren ablegen willst. Unsere Antwort darauf steht bei Webdesign und Entwicklung.
Meine Seite ist zwei Jahre alt. Brauche ich wirklich eine neue?
Häufig nicht. Wenn Aufbau und Technik in Ordnung sind und trotzdem keine Anfragen kommen, liegt es meist an der Reihenfolge der Inhalte, an unklaren Aussagen und an fehlenden nächsten Schritten. Das lässt sich an der bestehenden Seite ändern, zu einem Bruchteil der Kosten eines Relaunchs. Eine Agentur, die sofort zum Neubau rät, ohne vorher in deine Zahlen geschaut zu haben, verkauft dir das größere Projekt.
Eine Agentur aus Hamburg ist günstiger. Spricht etwas dagegen?
Der Preis ist dabei selten das Problem. Prüfe stattdessen, wer bei Störungen zuständig ist und ob jemand bereit ist, für einen Workshop nach Lübeck zu kommen. Ist beides geregelt, spielt die Entfernung kaum eine Rolle. Ist es nicht geregelt, zahlst du den Unterschied später in Wartezeit.
Bevor du unterschreibst
Nimm das Angebot, das dir am besten gefällt, und suche die Stelle, an der steht, was die Website erreichen soll. Findest du sie nicht, frag danach. Die Antwort sagt dir mehr über die nächsten sechs Monate als jedes Portfolio.
Du willst deine Angebote mit jemandem durchgehen, der selbst keines davon abgegeben hat? Buch ein Gespräch. Wir schauen uns an, was in den Unterlagen steht und was fehlt.
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